Eskimo wirbt mit rassistischen Codes – I will mohr

Charlotte HagerMarktforschung, Semiotik

Kampagne I will mohr von Unilever

Die Medien überschlagen sich zur Werbekampagne von Eskimos neuem Eis. Der Werberat schaltet sich ein. Menschenverachtende Werbung. Die verwendeten Codes des Sujets deuten in eine rassistische Richtung. Die Botschaft „I will mohr“ erzeugt Konnotationen in Bezug auf stereotype Muster. „Mohr“ oder „Neger“ sind im politisch korrekten Sprachgebrauch verschwunden. Die positive Bedeutung des Mohren, wie sie sich geschichtlich zeigt, ist nicht in den Köpfen der Gesellschaft. Vielmehr handelt es sich um Begriffe der rassistischen Abgrenzung von Menschen dunkler Hautfarbe, wie sie nach den 1960er-Jahren verwendet wurde, als der Weiße sich von den Schwarzen abzugrenzen versuchte.

Das Sujet zeigt den „Mohr“ am silbernen Tablett. Diese Darstellung agiert in Kombination mit dem Text als rassistischer Code. Hinzu kommt, dass Österreich immer noch Vergangenheitsbewältigung betreibt, was bedeutet, dass jede Art von Ausgrenzung oder Diskriminierung verhindert werden sollte. Nur einzelne Gruppierungen stehen diesen Grundsätzen entgegen.

Eskimo begibt sich auf ein gefähliches Terrain. Die Folge: Verbot der Werbelinie.

Mehr dazu auch im comrecon° Newsletter 15.2009

Link zur Berichterstattung in Der Standard vom 22.7.09

Ihre Charlotte Hager von comrecon°