Ey! Soo! Muss Werbung.

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© Saturn

Die Märkte sind gesättigt, gleiche Angebote, identische Sortimente, austauschbare Produkte … Inszenierung und Positionierung machen den Unterschied – und das in der Wahrnehmung der Verbraucher. Die Zeichenstrategie entscheidet über Shop-Besuch oder Meidung, über Kauf oder Nicht-Kauf, über Sympathie oder Gleichgültigkeit bis bin zur Antipathie.
Das Spiel von MediaMarkt/Saturn ist clever eingefädelt. Die Zeichenstrategie ist auf binären Oppositionen aufgebaut: Der eine Markt positioniert sich konträr zum anderen. Die Konsumenten glauben, den aufregenden Kampf um den besten Preis und die geilste Technik zu …

Was sagen Farben über Marken aus?

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Semiotischer Farb-Check zweier Marionnaud-Anzeigen
Wir wollten unabhängig von einer Befragung auch einen semiotischen Check zur Wirkung unterschiedlicher Farben in einer Anzeige durchführen. Eine Absolventin der Wirtschaftsuniversität Wien hat die beiden Marionnaud-Anzeigen mittels Befragung analysiert. Die Ergebnisse sehen Sie im aktuellen transfer Werbeforschung & Praxis Nr. 01 März 2011. Resümee zur Studie von Nora Aschenbrenner (Institut für Werbewissenschaft und Marktforschung): Bei der Identifikation des Absenders (Unternehmens) haben Farben einen starken Einfluss: „Wird die Farbe geändert, so kann es zu Irritationen der Konsumenten …

Mit dem richtigen Slogan mitten ins Herz!

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Ohne Corporate Identity keine starke Marke. Aber CI bedeutet nicht nur ein Logo und ein Erscheinungsbild zu haben, sie umfasst noch viel mehr. Eine Marke ist ein Zeichen und verwendet eine bestimmte Sprache, eine Zeichensprache. Und diese umfasst weit mehr als nur das äußere Erscheinungsbild. Es umfasst alle Faktoren, die auch auf die Reputation einzahlen: Auftreten, Handlungen, Verhaltensweisen, Wording, aber auch Rituale und Routinen haben Zeichencharakter. Die transportierten Zeichen müssen stimmig sein in ihrer Bedeutung, um eindeutig einer Marke zugewiesen werden …

White Power mit Folgen. Unilevers semantischer Fehler

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Weiße Kraft in fatalem Bedeutungskontext
Unilever hat mit der globalen Kampagne „White Power“ in der Türkei für große Aufmerksamkeit gesorgt. Was Unilever übersehen hat: „White Power“ ist ein in der Neonazi-Szene verwendeter Begriff. Auch wenn nur wenige Personen in Kenntnis darüber sind, so wissen es zumindest diejenigen, die einer bestimmten Gruppierung angehören. Wenn demnach ein Großkonzern in der Türkei ein Plakat mit weißen Europäern darstellt – dies ist schon eine Gratwanderung – und obendrein von der weißen Kraft spricht, kann …

CDU Wahlkampf auf substanziellem Niveau

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Vera Lengsfeld von der Berliner CDU setzt ein Zeichen: Ansprache der breiten Masse und Aktivierung der Journalisten mittels weiblicher Reize. Frau Lengsfeld und Frau Merkel posieren auf den Wahlplakaten mit tiefem Ausschnitt. Die Botschaft und das Versprechen bleibt auf einer oberflächlichen Ebene. Botschaften werden von Betrachtern decodiert. Die Sprache des Werbeplakates weist Codes des Sexuellen auf. Ja, Sex geht alle an. Politische Inhalte, wie man weiß, werden von vielen ignoriert. Die Konnotationen gehen nicht in die Tiefen politischer Inhalte. Ohne …

Herolds Hängebusen – what’s the message?

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Schwarze Linien und Sprechblasen – Hängebusen, die miteinander kommunizieren. Witzig oder geschmacklos? Je nach Betrachter beides. Wir haben es in der Darstellung mit einem Teil von etwas Ganzem zu tun: die Brust der Frau. Es gibt demnach eine klare Zuordnung des Körperteiles zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe. Nicht so wäre es bei der Nase oder den Ohren (wobei sich auch Menschen mit nicht dem Schönheitsideal entsprechenden anderen Körperteilen diskriminiert fühlen könnten). Die weibliche Bevölkerung sieht darin eine Diskriminierung durch Reduktion …

Eskimo wirbt mit rassistischen Codes – I will mohr

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Die Medien überschlagen sich zur Werbekampagne von Eskimos neuem Eis. Der Werberat schaltet sich ein. Menschenverachtende Werbung. Die verwendeten Codes des Sujets deuten in eine rassistische Richtung. Die Botschaft „I will mohr“ erzeugt Konnotationen in Bezug auf stereotype Muster. „Mohr“ oder „Neger“ sind im politisch korrekten Sprachgebrauch verschwunden. Die positive Bedeutung des Mohren, wie sie sich geschichtlich zeigt, ist nicht in den Köpfen der Gesellschaft. Vielmehr handelt es sich um Begriffe der rassistischen Abgrenzung von Menschen dunkler Hautfarbe, wie …

BMW ermahnt Mitarbeiter – semantische Feinheiten

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BMW setzt ein Zeichen – Mitarbeiter, die Autos des Mitbewerbes fahren, haben im Juni eine Botschaft an ihrer Windschutzscheibe vorgefunden: „Was stimmt hier nicht?“ Danach heißt es: „Sie arbeiten gerne bei uns. Sie wissen Ihren Arbeitsplatz und Ihr Einkommen zu schätzen. Aber Sie fahren ein Fahrzeug der Konkurrenz.“ Aufforderung oder freundlicher Denkanstoß? Laut BMW zweites.
Bei der dieser Botschaft gilt es, den aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Rahmen zu beachten: Stellen werden abgebaut, der eigene Job ist womöglich gefährdet. Menschen wollen Verluste und Risiken vermeiden – …