Verona Pooth für kik – eine semiotische Analyse

Charlotte HagerMarktforschung, Semiotik

Verona Pooth ist das neue und erste Testimonial des Modediskonters Kik. Die Werbelinie ruft unterschiedliche Verwunderung hervor: Wieso gibt sich Verona für so etwas her? Braucht sie so dringend Geld (ja – ihr Mann ist pleite)? Schadet das auch Kik? Wieso dieser grammatikalische Fehlgriff?

Der Werbeleiter von Kik ist mit der Wahl des Testimonials überaus zufrieden: „Verona ist ein offener und ehrlicher Mensch, deshalb passt sie so gut zu uns.“ Welche Werte verbinden Sie mit Verona Pooth? Ziel der Werbelinie mit Frau Pooth ist die Eroberung neuer Zielgruppen.

Verona Pooth, kik

Verona Pooth, kik

Werfen Sie einen Blick auf den TV-Spot. Der Tatbestand: Kik hat billige Mode. Die Akteure: Verona Pooth und Kik personifiziert als sprechendes T-Shirt. Die Rollen der beiden Akteure: Verona: Das hübsche Dummchen, das für Kik werben soll, also von Kik auch im Spot dazu beauftragt wird. Kik: Der Modediskonter und „Regisseur“, der Veronas Auftritt überprüft. Der Inhalt des Spots: Intendiert sollte es Cleverness und günstig kaufen sein. Unbeabsichtigt wird auch ein zweites Thema aufgrund von Frau Pooths Sprach- und Gedächtnisproblemen transportiert: Dummheit und damit auch Inkompetenz, da sie ihren Text nicht kann.

Von Humor bzw. Ironie kann man in diesem Fall nicht sprechen. Ironie wäre clever. Cleverness bleibt ein unerfülltes Versprechen.

Was ist der Sinn von Testimonials? Normalerweise der Imagetransfer der Eigenschaften des „Stars“ auf die Marke und damit auf den Kunden. In diesem Fall bedient man sich des Faktors Dummheit , dem Gegenteil von Cleverness. Die Conclusio der Geschichte: Wer Kik kauft ist dumm (wie Verona Pooth). Noch ein Detail am Rande: Verona Pooth hat in einem Interview gemeint, dass sie Kik-Mode zumindest am Roten Teppich nicht tragen würde. Was denken Sie: Tut sie es in anderen Situationen? Wie glaubhaft ist also die Performance?

Eine schlüssige Auflösung im Sinne der Intention wäre, wenn Frau Pooth es mit Hife von Kik schaffen würde, den Satz richtig zu formulieren: „Günstiger, als man denkt.“ Damit erfolgt der Botschaftstransfer in beide Richtungen positiv. Mit Kik ist man clever – sogar Verona Pooth. Und humoristisch wäre es auch.

Ihre Charlotte Hager von comrecon°